Kategorie: BCM

16 Jan 2018

Was ist ein Business Continuity Management?

Es gibt viele und sehr elaborierte Erklärungsansätze für das, was ein Business Continuity Management (BCM) ist und warum ein Unternehmen sich ein solches leisten sollte.

Aber sind wir mal ehrlich, im Grunde ist es ganz einfach und kann auf eine Formel gebracht werden:

Ein BCM ist ein Managementsystem, das Unternehmen dabei hilft die, Geschäftstätigkeit auch im Angesicht von Notfällen und Krisen – wenngleich leistungsgemindert – aufrechtzuerhalten. Somit trägt ein BCM direkt zur Wertschöpfung bei.

Die Notwendigkeit eines BCM ergibt sich aus der Tatsache, dass die Geschäftstätigkeit – und damit die Wertschöpfung – ständig durch interne und externe Faktoren negativ beeinflusst wird.
Von Letzteren gibt es viele! Seien es Gesetzesverschärfungen – Datenschutz gem. DS-GVO ist für 2018 nur das prominenteste Beispiel -, Naturgewalten, dolose Handlungen, Marken- und Produktpiraterie, Spionage.

All diese Faktoren gilt es im Blick zu haben und geeignete Vorkehrungen zu treffen, damit Ihre Wertschöpfung nicht bzw. nicht nachhaltig gestört wird.

Business Continuity, aber wie?

Aber wie soll das konkret funktionieren, fragen Sie sich jetzt? Vielleicht denken Sie auch, dass ist ja gar nicht möglich. Ich kann mich doch gar nicht gegen alles schützen! Was kostet denn das? Außerdem muss ich doch Risiken eingehen, ansonsten verdiene ich kein Geld! Ich kann mich doch nicht in einer Festung verschanzen! Betreffen mich die Risiken überhaupt? Bisher ist doch noch nie was passiert.

Sie haben natürlich vollkommen Recht damit, dass Sie Risiken eingehen müssen und sich nicht verschanzen können, wenn Sie erfolgreich sein wollen. Aber so ganz ohne Plan B, also wie ein Förster – so eine militärische Weisheit – auf das Gefechtsfeld gehen, sollte man auch nicht gleich, oder?

Schlau wäre es einen Mittelweg zwischen Verschanzen und Schutzlosigkeit zu wählen und sich zu fragen:

Wie schaffe ich es erfolgreich zu sein, notwendige Risiken einzugehen und mich trotzdem angemessen zu schützen?

Bei der Beantwortung dieser Frage kann Ihnen ein BCM behilflich sein. Einem BCM liegt ein ganzheitlicher und integrativer Ansatz zugrunde.
Der BCM-Scope umfasst sämtliche Themen, die zu einem Erliegen der Geschäftstätigkeit führen können.
Am deutlichsten wird dieser Ansatz in der sogenannten ÖNORM (Österreichischer BCM-Standard) ausgeführt. Dort wird das BCM als Business Continuity und Corporate Security Management apostrophiert. Denn im Grunde geht es beim BCM ja darum, einen Zustand der Sicherheit für das Unternehmen zu erreichen.

Letztendlich und nicht zuletzt aufgrund dessen, ist ein BCM also mehr als nur eine reine Blaulicht-Organisation (reaktive Notfallmanagement), nämlich ein Integratives Sicherheitsmanagementsystem (Vgl. hierzu: https://www.osyscon.de/category/sicherheitsmanagement/).

Der Umfang und die inhaltliche Ausgestaltung sowie die Integration vorhandener Sicherheitsdisziplinen richtet sich nach Ihrer Geschäftstätigkeit und Branche sowie Ihres Risikoappetits.

BCM-Methode

Da ein BCM zum Ziel hat, Ihre Unternehmung kontinuierlich abzusichern, können Sie ein BCM auch nicht kaufen! Ein BCMS muss im Unternehmen Implementiert und die Methoden und Verfahren etabliert und kontinuierlich aktualisiert, angepasst und weiterentwickelt werden. Kurzum: ein BCM muss im Unternehmen gelebt werden. Dieser Prozess wird als BCM-Lebenszyklus oder BCM-Regelkreis bezeichnet.

Dieser unterteilt sich in sechs Arbeitspakete bzw. -schritte:

  1. Unternehmensweite BCM-Zieldefinition
  2. Analyse der Geschäftstätigkeit: also die Ermittlung (zeit-)kritischer Geschäftsprozesse anhand eines einheitlichen Bewertungsmaßstab inklusive benötigter Ressourcen (Business Impact Analyse) und die Risikoanalyse (RIA)
  3. Entwicklung von Kontinuitätsstrategien: Entwicklung und Festlegung spezifischer Strategieoptionen und konkreter Maßnahmen bzgl. relevanter Ausfallszenarien
  4. Entwicklung und Implementierung von Notfallplänen: Geschäftsfortführungspläne, Wiederherstellungspläne, Wiederanlaufpläne; Notfall- und Krisenstab (Aufbau- und Ablauforganisation inkl. Rollen & Verantwortlichkeiten)
  5. Überprüfung und Validierung des BCMS: Koordinierte Durchführung von Übungen, Tests, Audits und Reviews (intern/extern) sowie Self-Assessments (Vgl. u.a: http://notfall-uebungen.de)
  6. Etablierung des BCMS als Kernbestandteil der Unternehmenskultur: Schaffung von Motivation und Awareness sowie Sensibilisierung von Führungskräften und Mitarbeiter , aber auch von Geschäftspartnern und externen Dienstleistern

BCM in der Praxis – Anspruch und Wirklichkeit

Jetzt werden Sie sich vielleicht fragen, wenn ich die oben genannten Aktivitäten alle durchführe, und das nicht nur einmal, sondern ständig, was hat das mit Angemessenheit zu tun? Das produziert doch nur Kosten und ist sowieso nur ein Bürokratischer-Tiger!

Auch hier muss ich Ihnen – leider – insofern recht geben als die Gefahr, dass der Bürokratische-Tiger oft sogar noch ein zahnloser ist und nur Geld verschlingt, tatsächlich gegeben ist. Das hat aber ursächlich nichts mit dem BCM an sich zu tun, sondern mit dessen Umsetzung.

In der Praxis kommt allzuoft die Planungsphase zu kurz. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass Aktivitäten redundant durchgeführt, Synergien nicht genutzt, der Arbeitsschutz oder vorbeugende Brandschutz nicht integriert werden; die obligatorische Dokumentenprüfung unvollständig ist, der Betriebsrat, der Datenschützer, die IT und andere relevante Stakeholder nicht integriert wurden; last but not least aber auch daran, dass unrealistische Ziele gesteckt wurden.

Die Folgerung kann also nicht sein, dass ein BCM nur Kosten und Papier produziert und deshalb Unsinn ist, sondern dass bei der Entscheidung für ein BCM der Schwerpunkt auf der Planungsphase liegen muss.
Jede sinnvolle Planung ist mit Fakten untermauert, diese gilt es als erstes zu ermitteln. Was habe ich schon, was machen wir bereits wie in Punkto Sicherheit, wer ist dafür verantwortlich, warum machen wir das eigentlich und wozu etc.

Nur auf Basis einer ordentlichen Lagefeststellung können Sie auch eine angemessene und relevante Lagebeurteilung durchführen, die strategische Ausrichtung des BCMS bestimmen und schließlich konzertiert, koordiniert und planvoll in den BCM-Lebenszyklus einsteigen.

Dann werden Sie auch merken, dass ein BCM kein zahnloser Bürokratie-Tiger zu sein braucht und Ihr eingesetztes Personal nicht durch sinnloses Laufen im Hamsterrad die Kostenspirale nach oben treibt, sondern seine Arbeitskraft sinnvoll in Ihren BCM-Lebenszyklus investiert und dadurch kontinuierlich Ihre Geschäftstätigkeit sichert und somit einen Beitrag zur Wertschöpfung leistet.

Was wir für Sie tun können?

Wenn Sie Fragen haben oder eine Beratung in Anspruch nehmen wollen, dann kontaktieren Sie uns.

Unsere Berater sind Spezialisten für Sicherheitsmanagement und blicken auf langjährige Erfahrungen in der militärischen Sicherheit und der aktiven Arbeit in entsprechenden Sicherheitsorganisationen sowie der Unternehmensberatung über Branchengrenzen hinaus auf strategischer, taktischer und operativer Ebene.

31 Okt 2017

Notfallübungen, aber wie?

Unternehmen betreiben viel Aufwand, um ein Notfall- und Krisenmanagement bzw. ein Business Continuity Management System zu implementiert. Hauptziel dabei ist, Notfälle und Krisen möglichst präventiv zu verhindern. Falls sie dennoch auftreten, diese möglichst zügig mit der eigens hierfür aufgebauten Notfall- und Krisenorganisation zu bewältigen.

Doch ist Ihre Notfall- und Krisenorganisation schon soweit? Sind Ihre Funktionsträger bereits ausreichend aus- bzw. weitergebildet worden? Funktioniert die Organisation und die entwickelten Pläne in einem Notfall oder einer Krise? Wurden alle relevanten Notfall- und Krisenszenarien bedacht? Funktioniert Ihre Alarmierung?

Diese Fragen sollten Sie nicht erst während eines Notfalls oder einer Krise beantworten, denn der schlechteste Zeitpunkt sein Notfall- und Krisenmanagement und seine Notfallplanungen zu testen, ist der Notfall- oder die Krise selbst!

Warum sollte ich Notfallübungen durchführen?

Notfallübungen sind integraler Bestandteil eines Notfall- und Krisenmanagements bzw. Business Continuity Managementsystems (BCMS). Sie dienen einerseits der kontinuierlichen Verbesserung der Notfallplanung und der Überprüfung der Effektivität und Angemessenheit der vorhandenen Notfall- und Krisenorganisation. Andererseits sind Notfallübungen das einzige Instrument, um die Funktionsweise Ihres Notfall- und Krisenmanagements sicherzustellen, praktische Erfahrungen und Routine in der Notfall- und Krisenbewältigung zu erlangen und last – but not least – die Funktionsfähigkeit Ihrer Notfall- und Krisenvorsorge gegenüber Aufsichtsbehörden, Geschäftspartnern und Kunden nachzuweisen.

Wie übe ich den Notfall oder die Krise?

Im Prinzip ist eine Notfall- und Krisenübung eine einfache Sache. Sie entwickeln ein Übungsszenario inklusive eines Drehbuches mit Lageeinspielungen anhand Ihres Notfallhandbuches, alarmieren Ihre Notfall- und Krisenorganisation und lassen diese den Übungsfall abarbeiten. Parallel Prüfen Sie, ob alle relevanten Tätigkeiten zweckmäßig durchgeführt wurden und dokumentieren Ihre Ergebnisse. Anschließend erstellen Sie einen Bericht und entwickeln Empfehlungen, wie erkannte Mängel behoben werden können.

Und in der Praxis?

In der Praxis sieht es grundsätzlich nicht anders aus als in der Theorie wie oben beschrieben, nur viel komplexer.

Sie brauchen vor allen Dingen Zeit, Personal und Kreativität. Wenngleich Letzteres bei Ihnen vorhanden ist, wie sieht es aber mit der Zeit aus oder dem Personal? Wann soll ich eine Übung planen, wer kann mir dabei helfen?

Glaubt mir die Geschäftsleitung, wenn ich ihr sage, dass wir unbedingt die Alarmierung verbessern, die Szenarien anpassen oder gar neue Notfallpläne erstellen müssen?

Welche Übungsart ist die richtige? Welche gibt es überhaupt und wann ist welche am zweckmäßigsten? Muss ich vorher eine theoretische Ausbildung machen oder lass ich das weg?

Kontaktieren Sie uns und lassen Sie sich unverbindlich beraten. Schreiben Sie uns, welche Schwierigkeiten Sie haben und vor welchen Herausforderungen Sie stehen. Wir können Ihnen sicherlich weiterhelfen.

Was wir außerdem für Sie tun können

  • Durchführung eines Business Continuity Trainings als Planspiel
  • Auswertung der Ergebnisse des BC-Trainings und erstellen eines Übungsberichts inkl. Handlungsempfehlungen
  • Beratung zu Notfall- und Kisenstabsübungen
  • Erstellung Ihres mittel- und langfristigen Übungsplans
  • Erstellung von Übungskonzeptionen und Übungsdrehbüchern
  • Erstellung eines Übungsberichts inkl. Handlungsempfehlungen

Kontaktieren Sie uns wenn Sie weitere Fragen zur Durchführung von Übungen haben oder Ihre Übungen von uns als Service durchführen lassen wollen.

26 Okt 2017

Business Continuity Training

Die Berliner Polizei hat Anfang Oktober den Ernstfall geprobt: einen Biowaffen-Anschlag. Dazu gehörte die Festnahme der Terroristen, die Versorgung von Opfern, die Spurensicherung und der Schutz vor gefährlichen Erregern, wie die Berliner Morgenpost im Untertitel schrieb.

An der Übung waren die Berliner Polizei, das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundespolizei (BP), Mediziner des Robert-Koch-Instituts und Ärzte der Uniklinik Charité und Feuerwehrleute beteiligt. Hinzukamen 300 Statisten und 80 Beobachter aus dem In- und Ausland.

Ziel der Übung war es, die Einsatzpläne zur Gefahrenabwehr zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und zur Verfolgung von Terroristen zu erproben.

Was in den Zeitungen bisher nicht erzählt wurde ist, dass hinter den Kulissen die eigentliche Herausforderung geübt wurde: Die Planung und Koordination verschiedener Einsatz- und Rettungskräfte in dem Führungsstab bzw. den Führungsstäben.

Stabsarbeit in Notfall- & Krisenstäben

Die Stabsarbeit in Notfall- und Krisenstäben findet in den Medien in der Regel nur wenig Beachtung. Hier wird nicht geschossen, es knallt nicht und bis an die Zähne bewaffnete Einsatzkräfte wird man hier in der Regel auch nicht finden. Dennoch läuft ohne einen funktionierenden Führungsstab nichts!

Doch was macht ein Führungsstab eigentlich? Und was können Unternehmen von der Stabsarbeit in Führungsstäben von Einsatz- und Rettungskräften für ihre eigene Notfall- und Krisenorganisation lernen?

Zur planmäßigen und koordinierten Notfall- und Krisenbewältigung wird ein Notfall- bzw. Krisenstab benötigt, der die Grundlagen der Stabsarbeit beherrscht.

Grundlagen der Stabsarbeit

Kern der Notfall- und Krisenstabsarbeit ist der Führungsprozess. Der Führungsprozess setzt sich aus den Phasen Lagefeststellung, Lagebeurteilung, der Befehlsgebung – im zivilen Bereich dem Geben von Anweisungen – sowie der Kontrolle zusammen.

Allgemeine Darstellung des Führungsprozesses

Der Führungsprozess ist eine Methode den Mitarbeitern und Führungskräften in Notfall- und Krisenstäben hilft,

  • chaotische und unübersichtliche Situationen sowie komplexe Lagen zu analysieren und zu verstehen
  • Gegenmaßnahmen und Möglichkeiten eigenen Handelns auf Grundlage des aktuellen Lagebildes und der Notfallpläne zu entwickeln
  • der untergeordneten Führungsebene gezielte Anweisungen zu erteilen
  • die Umsetzung der erteilten Anweisungen zu überwachen sowie
  • der übergeordneten Führungsebene jeder Zeit ein strukturiertes Lagebriefing über den aktuellen Sachstand zu geben.

Stabsarbeit ist erlernbar

Bei der Durchführung von verschiedenen Übungen kam in der Auswertung oft die Frage auf, „was können wir denn machen, um die Informationsflut handhabbar zu machen? Ich wusste irgendwann gar nicht mehr, was bereits getan wurde und was ich noch zu erledigen hatte.“

Wenngleich der Führungsprozess kein Allheilmittel ist und nicht alle Probleme lösen kann, so kann er tatsächlich bei der Bewältigung unübersichtlicher und komplexer Lagen helfen, weil die zugrundeliegende Methode dem Notfall- und Krisenstab ein Instrument an die Hand gibt, das Chaos in Bahnen zu leiten. Vergleichbar mit einem Kompass, der es dem Steuermann ermöglicht auch im Sturm, bei meterhohen Wellen, eingeschränkter Sicht, trotz rollendem Schiffe, seinen Kurs zu halten.

Durch die Methode wird die Fähigkeit des Führungsstabes, auch unbekannte und nicht geplante Szenarien kontrolliert zu bearbeiten, stark erhöht. Die erlernten Fähigkeiten können von Mitarbeitern, unabhängig von der konkreten Situation, angewendet werden und geben so Handlungssicherheit und reduzieren den Stresspegel der Mitarbeiter deutlich.

Erlernbar ist die Methodik des Führungsprozesses als Kern der Stabsarbeit am besten durch einen gesunden Mix aus theoretischer und praktische Ausbildung, also durch Übungen.

Da die meisten Unternehmen aber keine Zeit oder nicht ausreichend Ressourcen haben, sich wie in dem oben genannten Beispiel der Antiterrorübung auf sämtliche Szenarien intensiv vorzubereiten, haben wir als OSYSCON GmbH ein Planspiel für Notfall- und Krisenstäbe entwickelt: Business Continuity Training (BC-Training).

Ziel des BC-Trainings ist es, Sie in der Methodik des Führungsprozesses als Kern der Stabsarbeit auszubilden, um Sie zu befähigen, Notfälle planmäßig und koordiniert zu bewältigen und eine Eskalation zur Krise zu verhindern.

Wenn sie mehr über unser BC-Training erfahren wollen können sie nach Angabe ihrer Email-Adresse das entsprechende Whitepaper herunterladen.

Ja, ich interessiere mich für das kostenlose Whitepaper.

Was wir außerdem für Sie tun können

  • Durchführung eines Business Continuity Trainings als Planspiel
  • Auswertung der Ergebnisse des BC-Trainings und Erstellen eines Übungsberichts inkl. Handlungsempfehlungen
  • Beratung zu Notfall- und Krisenstabsübungen
  • Aufbau eines BCM-Systems nach internationalen Standards
  • Erstellung Ihres mittel- und langfristigen Übungsplans
  • Erstellung von Übungskonzeptionen und Übungsdrehbüchern

 

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie weitere Fragen zur Durchführung von Übungen haben oder Ihre Übungen von uns als Service durchführen lassen wollen.

 

06 Okt 2017

Notfall- und Krisenübungen richtig durchführen

Der schlechteste Zeitpunkt den Notfall oder die Krise zu üben, ist der Notfall bzw. die Krise selbst. Auch wenn das allen klar ist, werden Notfallübungen dort, wo sie nicht explizit durch den Gesetzgeber gefordert sind und deren Durchführung überwacht wird, oft fahrlässig behandelt oder lediglich Evakuierungsübungen durchgeführt. Der Ablauf folgt dem Motto: Alle Mann von Bord, Frauen und Kinder zuerst. Doch Notfall- und Krisenübungen können mehr leisten. Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmen, die Notfall- und Krisenübungen regelmäßig durchführen, einen Notfall oder eine Krise besser überstehen, schneller in den Normalbetrieb zurückkehren, Menschenleben schützen und die finanziellen Schäden begrenzen.

Üben übt aber nicht nur, sondern bietet auch einen messbaren Mehrwert für Ihr Unternehmen. Durch Übungen können, die in Ihrem Unternehmen etablierten Notfallplanungen und -verfahren, unter „Laborbedingungen“ trainiert, Erfahrung und Handlungssicherheit bei den Mitgliedern der Notfall- und Krisenorganisation aufgebaut und das Notfall- und Krisenmanagement auf seine Effektivität, Funktionalität und Angemessenheit überprüft werden. Der Zusammenhang, dass „Üben übt und Sie dann besser sind, als würden Sie es nicht tun, ist einleuchtend und klar, da es unserem menschlichen Erfahrungshorizont entspricht.Der Knackpunkt bei Notfall- und Krisenübungen ist also nicht das „Warum“, sondern das „Wie“, also die konkrete Übungsdurchführung.

Die Übungsdurchführung folgt dabei einem definierten Prozess mit vier Prozessschritten:

Planung und Konzeption

Notfall- und Krisenübung müssen geplant werden. Es gilt Übungsziele zu definieren, die geeignete Übungsart und ein Notfall- bzw. Krisenszenario auszuwählen, ein Übungskonzept und das Übungsdrehbuch zu erstellen. Die Grundlage für die Übungsplanung und -konzeption ist Ihr Notfall- und Krisenmanagement sowie der Erfahrungsstand der Notfall- und Krisenstabsorganisation.

Hiervon werden die Übungsziele, der Übungsumfang und die Übungsart abgeleitet. Dabei reichen die Übungsziele von der Überprüfung der Alarmierung bis hin zur Bewältigung von komplexen Lagen. Letztere sind handlungsbasierte Übungsarten, die grundsätzlich einen größeren Aufwand bedeuten als die diskussionsbasierten Übungsarten wie die Planbesprechung beispielsweise.

Schulung der Notfall- und Krisenorganisation

Die Erfahrung zeigt, dass Sie gut beraten sind, wenn Sie bei der Übungsplanung auch die Schulung der Mitglieder Ihrer Notfall- und Krisenorganisation einplanen, um das benötigte Know How zu den Grundlagen der Notfall- und Krisenstabsarbeit zu vermitteln, auszubauen und zu festigen. Ein Grundsatz der Erwachsenenbildung lautet, dass Sie nur prüfen können, was auch ausgebildet wurde.

In Bezug auf die Stabsarbeit in Notfall- und Krisenstäben bedeutet das: geben Sie Ihren Mitarbeitern die Chance sich mit dem Thema Notfall- und Krisenmanagement und den Aufgaben und Herausforderungen der Notfall- und Krisenstabsarbeit vertraut zu machen. Nehmen Sie Ihren Mitarbeitern die Angst vor dem Scheitern.

Übungsdurchführung

Die Übungsdurchführung ist im Prinzip nur noch die Umsetzung des Übungskonzeptes anhand des Übungsdrehbuches, also die planmäßige Bewältigung des Übungsszenarios. Eine der beliebtesten Übungsarten ist die Stabsrahmenübung, weil mit ihr alle Schwierigkeitsgrade, vom Einfachen zum Schweren, abgedeckt werden können. Des Weiteren bietet sie die Möglichkeit, innerhalb der Übung die Eskalationsstufen von der einfachen Störung, über den Notfall bis hin zur Krise zu simulieren und somit eine Evaluation der Notfall- und Krisenstabsarbeit von A bis Z zu ermöglichen.

In der Praxis läuft die Übung so ab, dass der Notfall- bzw. Krisenstab alarmiert wird, seinen Notfall- und Krisenstabsraum bezieht, die Arbeitsbereitschaft herstellt und mit der Bewältigung des Szenarios beginnt. Lageeinspielungen sowie interne und externe Ansprechpartner werden durch die sogenannte Reaktionsgruppe übernommen, die sich aus der Übungsleitung und Rollenspieler zusammensetzt. Ziel dieses Aufbaus ist, dass ausschließlich der Notfall- und Krisenstab realistisch beübt wird und nicht Ihr ganzes Unternehmen. Das reduziert Aufwand und Kosten.

Dabei kommt es auf eine realistische Szenariodarstellung und Erfahrung bei der Lageeinspielung an. Durch das situationsgerechte Einspielen der Lagen wird der Stress für den Krisenstab anhand seiner Fähigkeiten gesteuert, ist der Krisenstab erfahren und eingespielt werden mehrere Vorfälle gleichzeitig eingespielt, ein neuer, unerfahrener Krisenstab wird erst einmal langsam herangeführt.

Übungsauswertung und Erstellung des Übungsberichts

Die Übungsauswertung basiert auf den Übungsdokumentationen, die während der Übung angefertigt werden. Sie setzt sich zusammen aus der Dokumentation der Übungsbeobachter und -leitung sowie der Sofortauswertung, die direkt im Anschluss an die Übung mit den Übungsteilnehmern durchgeführt wird. Dadurch können die Teilnehmer direkt Verbesserungspotential erkennen und umsetzen.

Die Ergebnisse werden im Übungsbericht anhand der Übungsziele konsolidiert, die praktische Notfall- und Krisenbewältigung bewertet und Handlungsempfehlungen für die kontinuierliche Verbesserung des Notfall- und Krisenmanagements erarbeitet. Optimal ist dann noch ein Review der Übungsdurchführung an sich, damit auch diese kontinuierlich verbessert wird.

Was wir für Sie tun können

  • Erstellung Ihres mittel- und langfristigen Übungsplans
  • Erstellung des Übungskonzeptes und Übungsdrehbuchs
  • Unternehmensspezifische Schulungen Ihres Notfall- und Krisenstabes in der Stabsarbeit in Notfall- und Krisenstäben
  • Übungsdurchführungen von der Planbesprechung über die Stabsrahmenübung bis hin zur Vollübung
  • Übungsevaluation und -auswertung
  • Erstellung des Übungsberichts inkl. Reifegradbestimmung und Maßnahmenempfehlungen

 

Kontaktieren Sie uns wenn Sie weitere Fragen zur Durchführung von Übungen haben oder Ihre Übungen von uns als Service durchführen lassen wollen.

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