Notfall- und Krisenübungen richtig durchführen

Der schlechteste Zeitpunkt den Notfall oder die Krise zu üben, ist der Notfall bzw. die Krise selbst. Auch wenn das allen klar ist, werden Notfallübungen dort, wo sie nicht explizit durch den Gesetzgeber gefordert sind und deren Durchführung überwacht wird, oft fahrlässig behandelt oder lediglich Evakuierungsübungen durchgeführt. Der Ablauf folgt dem Motto: Alle Mann von Bord, Frauen und Kinder zuerst. Doch Notfall- und Krisenübungen können mehr leisten. Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmen, die Notfall- und Krisenübungen regelmäßig durchführen, einen Notfall oder eine Krise besser überstehen, schneller in den Normalbetrieb zurückkehren, Menschenleben schützen und die finanziellen Schäden begrenzen.

Üben übt aber nicht nur, sondern bietet auch einen messbaren Mehrwert für Ihr Unternehmen. Durch Übungen können, die in Ihrem Unternehmen etablierten Notfallplanungen und -verfahren, unter „Laborbedingungen“ trainiert, Erfahrung und Handlungssicherheit bei den Mitgliedern der Notfall- und Krisenorganisation aufgebaut und das Notfall- und Krisenmanagement auf seine Effektivität, Funktionalität und Angemessenheit überprüft werden. Der Zusammenhang, dass „Üben übt und Sie dann besser sind, als würden Sie es nicht tun, ist einleuchtend und klar, da es unserem menschlichen Erfahrungshorizont entspricht.Der Knackpunkt bei Notfall- und Krisenübungen ist also nicht das „Warum“, sondern das „Wie“, also die konkrete Übungsdurchführung.

Die Übungsdurchführung folgt dabei einem definierten Prozess mit vier Prozessschritten:

Planung und Konzeption

Notfall- und Krisenübung müssen geplant werden. Es gilt Übungsziele zu definieren, die geeignete Übungsart und ein Notfall- bzw. Krisenszenario auszuwählen, ein Übungskonzept und das Übungsdrehbuch zu erstellen. Die Grundlage für die Übungsplanung und -konzeption ist Ihr Notfall- und Krisenmanagement sowie der Erfahrungsstand der Notfall- und Krisenstabsorganisation.

Hiervon werden die Übungsziele, der Übungsumfang und die Übungsart abgeleitet. Dabei reichen die Übungsziele von der Überprüfung der Alarmierung bis hin zur Bewältigung von komplexen Lagen. Letztere sind handlungsbasierte Übungsarten, die grundsätzlich einen größeren Aufwand bedeuten als die diskussionsbasierten Übungsarten wie die Planbesprechung beispielsweise.

Schulung der Notfall- und Krisenorganisation

Die Erfahrung zeigt, dass Sie gut beraten sind, wenn Sie bei der Übungsplanung auch die Schulung der Mitglieder Ihrer Notfall- und Krisenorganisation einplanen, um das benötigte Know How zu den Grundlagen der Notfall- und Krisenstabsarbeit zu vermitteln, auszubauen und zu festigen. Ein Grundsatz der Erwachsenenbildung lautet, dass Sie nur prüfen können, was auch ausgebildet wurde.

In Bezug auf die Stabsarbeit in Notfall- und Krisenstäben bedeutet das: geben Sie Ihren Mitarbeitern die Chance sich mit dem Thema Notfall- und Krisenmanagement und den Aufgaben und Herausforderungen der Notfall- und Krisenstabsarbeit vertraut zu machen. Nehmen Sie Ihren Mitarbeitern die Angst vor dem Scheitern.

Übungsdurchführung

Die Übungsdurchführung ist im Prinzip nur noch die Umsetzung des Übungskonzeptes anhand des Übungsdrehbuches, also die planmäßige Bewältigung des Übungsszenarios. Eine der beliebtesten Übungsarten ist die Stabsrahmenübung, weil mit ihr alle Schwierigkeitsgrade, vom Einfachen zum Schweren, abgedeckt werden können. Des Weiteren bietet sie die Möglichkeit, innerhalb der Übung die Eskalationsstufen von der einfachen Störung, über den Notfall bis hin zur Krise zu simulieren und somit eine Evaluation der Notfall- und Krisenstabsarbeit von A bis Z zu ermöglichen.

In der Praxis läuft die Übung so ab, dass der Notfall- bzw. Krisenstab alarmiert wird, seinen Notfall- und Krisenstabsraum bezieht, die Arbeitsbereitschaft herstellt und mit der Bewältigung des Szenarios beginnt. Lageeinspielungen sowie interne und externe Ansprechpartner werden durch die sogenannte Reaktionsgruppe übernommen, die sich aus der Übungsleitung und Rollenspieler zusammensetzt. Ziel dieses Aufbaus ist, dass ausschließlich der Notfall- und Krisenstab realistisch beübt wird und nicht Ihr ganzes Unternehmen. Das reduziert Aufwand und Kosten.

Dabei kommt es auf eine realistische Szenariodarstellung und Erfahrung bei der Lageeinspielung an. Durch das situationsgerechte Einspielen der Lagen wird der Stress für den Krisenstab anhand seiner Fähigkeiten gesteuert, ist der Krisenstab erfahren und eingespielt werden mehrere Vorfälle gleichzeitig eingespielt, ein neuer, unerfahrener Krisenstab wird erst einmal langsam herangeführt.

Übungsauswertung und Erstellung des Übungsberichts

Die Übungsauswertung basiert auf den Übungsdokumentationen, die während der Übung angefertigt werden. Sie setzt sich zusammen aus der Dokumentation der Übungsbeobachter und -leitung sowie der Sofortauswertung, die direkt im Anschluss an die Übung mit den Übungsteilnehmern durchgeführt wird. Dadurch können die Teilnehmer direkt Verbesserungspotential erkennen und umsetzen.

Die Ergebnisse werden im Übungsbericht anhand der Übungsziele konsolidiert, die praktische Notfall- und Krisenbewältigung bewertet und Handlungsempfehlungen für die kontinuierliche Verbesserung des Notfall- und Krisenmanagements erarbeitet. Optimal ist dann noch ein Review der Übungsdurchführung an sich, damit auch diese kontinuierlich verbessert wird.

Was wir für Sie tun können

  • Erstellung Ihres mittel- und langfristigen Übungsplans
  • Erstellung des Übungskonzeptes und Übungsdrehbuchs
  • Unternehmensspezifische Schulungen Ihres Notfall- und Krisenstabes in der Stabsarbeit in Notfall- und Krisenstäben
  • Übungsdurchführungen von der Planbesprechung über die Stabsrahmenübung bis hin zur Vollübung
  • Übungsevaluation und -auswertung
  • Erstellung des Übungsberichts inkl. Reifegradbestimmung und Maßnahmenempfehlungen

 

Kontaktieren Sie uns wenn Sie weitere Fragen zur Durchführung von Übungen haben oder Ihre Übungen von uns als Service durchführen lassen wollen.

Stefan Lorenz ist der Geschäftsführer der OSYSCON GmbH und seit mehr als 5 Jahren im IT-Sicherheitsumfeld und dem IT-Service tätig.

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